Naturschutz

Bodenbrüter

Hintergrund

In den letzten 40 Jahren ist das Vorkommen vieler Feldvogelarten stark zurückgegangen. Darunter: Feldlerche (Alauda arvensis), Grauammer (Emberiza calandra) und Rebhuhn (Perdix perdix). Diese Arten bevorzugen offenen Landschaften und sind deswegen auf unsere Agrar-Landschaft angewiesen. Düngung, dichte Getreidebestände oder häufige Grünlandmahd machen den Vögeln zu schaffen.

Feldlerche
Feldlerchen-Küken: 15 Tage alt

Die Feldlerche baut ihre Nester bevorzugt im wertvollen Futtergras. Wenn im Frühjahr die Pflanzen eine bestimmte Höhe haben, legt sie ihre Eier in kleine Mulden. Die Gelege der Bodenbrüter sind durch die maschinelle Bodenbearbeitung und das regelmäßige Mähen extrem gefährdet.

Feldlerchen-Küken: 4 Tage alt

Im Öko-Landbau wirkt der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und der lockere Getreidebestand bereits positiv auf das Vorkommen der Feldvögel. Das reicht uns jedoch nicht. Wir wollen mit gezielten Maßnahmen die Anzahl der heimischen Feldvögel auf unseren Flächen wieder stabilisieren.

Unser Beitrag

Der Acker „Koppelsberg“ in Buchholz ist ein beliebter Brutplatz für Feldlerchen im Ökodorf Brodowin. Und für den Betrieb ein wichtiger Standort zum Anbau von Futtergetreide. Wir werden auf dieser Fläche unsere Sämaschine so einstellen, dass in Abständen von 3 m Lücken bei der Getreideaussaat entstehen. Diese Lücken, auch „Drillfenster“ genannt, werden besonders gerne besiedelt.

Feldlerchen-Nest

Wir werden dort allerdings kein Getreide ernten können. Auf das Striegeln des Getreides, eine Bodenbearbeitung, bei der Unkräuter nicht chemisch, sondern mechanisch reduziert werden, verzichten wir. Um die Brutbedingungen zu optimieren, vermeiden wir auch die Einsaat von Kleegras, ein wichtiger Stickstoffsammler im Öko-Landbau.

Außerdem: auf dem Feld „Kuhbad“ passen wir die Bewirtschaftung dem Brutrhythmus der Feldlerchen an. Wir verschieben den Zeitpunkt der Mahd auf Kosten der Qualität des Ernteguts. Die Gelege werden bei der Bodenbearbeitung nicht zerstört. Die Jungvögel entwickeln sich von uns ungestört.