
Feuchtwiesen und Sölle sind besondere Biotope – Landstriche des Übergangs. Wo trockene und dauerhaft feuchte Bereiche wechseln. Sie liegen in der Nähe von Flusstälern, Seen und in Senken der Ackerlandschaft. Die Vielfalt der dort ansässigen Pflanzen- und Tierarten macht staunen.

Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Feuchtwiesen durch umfangreiche Meliorationsmaßnahmen in Fettwiesen und Äcker verwandelt. Hydrophile Tier- und Pflanzenarten sind aus diesen Landstrichen verschwunden.
Auf unserer landwirtschaftlichen Fläche haben wir eine entwässerte Feuchtwiese von 12.500 qm renaturiert.

Dafür haben wir einen teilweise unterirdisch verlaufenden, verrohrten Graben offen gelegt und den Wasserlauf (Sohllage) erhöht. Auf der Gesamtstrecke des Grabens wurden Standorte gefunden, wo das Wasser zusätzlich aufgestaut wird.
Der erhöhte Grundwasserspiegel verbessert unsere Anbaubedingungen auf den angrenzenden Flächen. Das Schönste aber ist: unsere Wiese ist wieder Lebens- und Rückzugsraum für viele hydrophile Arten.

Der Moorfrosch (Rana arvalis) hat dort ein Laichgewässer gefunden. Besonders attraktiv sind Moorfrosch-Männchen während der Paarungszeit. Dann lagern die Tiere Lymphflüssigkeit in die Haut ein. Das lässt sie blau erscheinen.
Maßgebliche Unterstützung erhielten wir dankend aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Weiterhin leistete der Wasser- und Bodenverband „Finofließ“ einen unschätzbaren Beitrag für die Umsetzung dieses Projekts.
